wir als Pferdewirtinnen und Pferdewirte befassen uns den ganzen Tag, das ganze Jahr, das ganze Leben lang mit dem Pferd. Das ist unser Beruf. Damit sind wir das Rückgrat der Ausbildungslandschaft in der Pferdewirtschaft. Somit geben wir Orientierung in Sachen Umgang mit dem Pferd, Pferdehaltung und die Art und Weise, wie Pferde geritten werden. Wir sind daher in unseren Umfeldern Vorbilder. Dessen müssen wir uns bewusst sein und darum müssen wir darauf achten, wie wir auftreten und wie wir uns verhalten.
Das beginnt bereits mit der Sprache, die wir verwenden. Durch unsere Sprache erzeugen wir Bilder, die ganz konkret Handlungen beeinflussen. Wenn ich beispielsweise sage: „Das Pferd ist frech“, erzeugt das automatisch ein bestimmtes Bild im Kopf. Die Beschreibung „frech“ stellt ein willentliches Verhalten des Pferdes gegen den Reiter dar. Wenn ich dagegen sage: „Das Pferd hat sehr viel Temperament und jugendlichen Übermut“, entsteht ein ganz anderes Bild. Das Verhalten des Pferdes bleibt gleich. Wie damit umgegangen wird, hängt davon ab, wie ich es verbal oder auch nur gedanklich beschreibe. Diese Beschreibung erzeugt eine innere Haltung zum Verhalten des Pferdes. Davon ist abhängig, wie das Pferd behandelt wird.
Wir als Pferdewirtinnen und Pferdewirte haben durch unseren Beruf die Verpflichtung, die richtige innere Haltung, eine dem Pferd positiv zugewandte, von Empathie für die Natur des Pferdes geprägte Haltung zu leben. Wir müssen leben, vorleben, was wir lehren, wofür wir stehen wollen. Nur auf diese Weise sind wir authentisch und nur so werden sich die Menschen ein Beispiel an uns nehmen. Dadurch bekommen wir als Mitglieder der Bundesvereinigung der Berufsreiter eine Führungsrolle. Eine Führungsrolle, die nach meinem Verständnis in der heutigen Zeit nur aus der Mitte heraus erfolgen kann. Das eigene Tun und Handeln, das eigene Auftreten entscheidet darüber, wie man von seinem Umfeld wahr- und ernstgenommen wird.
Zu diesem Auftreten gehört auch das eigene Erscheinungsbild. Dadurch senden wir eine Botschaft. Wenn ich zu einem Arbeitseinsatz im Anzug komme, ist für alle klar, dass ich nicht mithelfe. Habe ich dagegen Sicherheitsschuhe und eine Arbeitshose an, vermittele ich, dass wir gemeinsam anpacken, dass wir alle an einem Strang ziehen.
Gerade als Berufsreiter sollte ich mir im Klaren darüber sein, wie ich auftreten und wie ich wirken will. Zeige ich mich in der Öffentlichkeit und habe eine dreckige Reithose und ungepflegte oder kaputte Stiefel an, sende ich eine andere Botschaft, als wenn ich ordentliche und gepflegte Kleidung trage. Diese Botschaft nehmen auch unsere Kunden wahr. Dabei bin ich mir sicher, dass es für einen potenziellen Kunden auch wichtig ist, wie sich das Erscheinungsbild des potenziellen Dienstleisters darstellt. Durch das Erscheinungsbild, durch das eigene Tun und Handeln und durch den eigenen Gebrauch der Sprache zeige ich Wertschätzung, Respekt, Sorgfalt und Professionalität. Das ist das Spiegelbild der eigenen inneren Haltung. Als Mitglied der BBR ist mir wichtig, dass in diesem Bild unser Logo sichtbar wird: „Dem Pferde verpflichtet. Dem Sport verbunden.“
Herzlichst Ihr
Markus Scharmann
Vorstandsmitglied BBR