Mit einem sauberen Durchmarsch hat sich Michael Jung seinen zehnten (!) Titel im Berufsreiterchampionat Vielseitigkeit gesichert. Zum dritten Mal mit seinem Spitzenpartner Chipmunk. Und nicht nur das: Im Nationenpreis, dieses Jahr erstmals in Marbach ausgetragen, gewannen Michi und das deutsche Team Gold. Ein guter Auftakt im im Jahr der WM im eigenen Land.
Championatsvorbereitung
Schon in der Dressur setzten sich der dreimalige Olympiasieger Michael Jung und der mittlerweile 18-jährige Hannoveraner Chipmunk mit 21,2 Minuspunkten direkt an die Spitze des CCIO4*-S. Die Führung gaben die beiden auch nicht mehr ab: Nach 6,8 Zeitfehlern im Gelände und einem fehlerfreien Parcours hatten sie in der Endsumme 28 Minuspunkte. „Chipmunk ist in einer fantastischen Form. Wir hatten durchweg eine gute Verbindung und eine gute Balance“, so Michael Jung im FEI-Interview. „Der Nationenpreis ist ein gutes Training, um als Team mehr zusammenzurücken, für das Feeling und die Vorbereitung auf ein Championat.“
Mehr als einen Springfehler dahinter platzierte sich Pferdewirtschaftsmeisterin Julia Krajewski mit 32,9 Minuspunkte auf dem zweiten Platz sowohl in der Wertung des Berufsreiterchampionats wie auch der CCIO4*-S Prüfung. Die Olympiasiegerin von Tokio hatte den zwölfjährigen Iren Tullabeg Platinum dabei. Nach der Dressur lag das Paar auf dem neunten Rang (30,9). Im Gelände addierten sich lediglich zwei Zeitfehler hinzu und im Parcours behielten die beiden eine weiße Weste. Auch 2023 gewann Julia Krajewski Silber im Berufsreiterchampionat, damals mit Ero de Cantraie.
Bronze für Libussa Lübbeke
Wie schon 2024 sicherte sich Libussa Lübbeke, Sportsoldatin aus Warendorf, mit ihrer 16-jährigen Hannoveraner Stute Caramia v. Comte den Bronzerang im Berufsreiterchampionat, Rang sieben in der CCIO-Wertung.
Alle drei, Michael Jung, Julia Krajewski und Libussa Lübbeke, gehörten auch zum deutschen Team im Nationenpreis, ergänzt durch Pferdewirtschaftsmeister Ben Leuwer mit Zuccini. Das Quartett war nicht zu schlagen, 98,8 Minuspunkte insgesamt bedeuteten den ersten Platz. Silber ging an das Team aus Belgien (123,3) vor den Schweden (130,8). Der Nationenpreis Vielseitigkeit findet regulär in Aachen statt. Wegen der Weltmeisterschaften, die im Sommer in Aachen ausgetragen werden, wurde der deutsche Standort dieses Jahr nach Marbach verlegt.
BBR-Vorstandsmitglied Markus Lämmle: „Wir hatten ein sehr würdiges Berufsreiterchampionat im Rahmen des Nationenpreises mit sehr besonderem Flair. Mit Michi und Julia hatten wir außerdem zwei absolute Stilisten vorn. Es gab tollen Sport mit ausschließlich guten Bildern bei tollem Wetter und sehr guten Bedingungen. Eine rundum gelungene Veranstaltung mit einem Reitmeister als Berufsreiterchampion.“
Platz drei in der CCIO4*-S Prüfung ging an die Schwedin Louise Romeike mit Caspian (34,4) vor der Schweizerin Lea Siegl auf Van Helsing (36,1). Die Geländestrecke war neu konzipiert, die Streckenführung verändert. Die Anforderungen gleichmäßig verteilt. Die meisten Verweigerungen gab es an Hindernis acht (1. Wasserkomplex), zehn (Stihl Komplex mit vier Elementen) und zwölf (2. Wasser). Im Fence Report sind aufgelistet zwei Missed Flags, ein Broken Pin, fünf Stürze, acht eliminierte Teilnehmende und fünf, die aufgegeben haben.
Alle Ergebnisse aus Marbach finden Sie hier.

Foto: Toms Pic
