Stephanie Schreck, Fachgruppe Schleppjagdreiten:
„Als neue Vorsitzende der Fachgruppe Schleppjagdreiten ist mir der Tierschutz und die Öffentlichkeitsarbeit ein besonders wichtiges Thema. Denn es herrscht nach wie vor das Vorurteil, dass wir Jagdreiter auf die Jagd nach Tieren gehen. Wir müssen immer wieder in Diskussionen darlegen, dass wir mit unseren Hunden und Pferden in Deutschland einen Sport ausüben, der rein gar nichts mit der Jagd auf Tiere oder gar dem Töten von Tieren zu tun hat.
Aus Gründen der eigenen Sicherheit und aus versicherungstechnischen Gründen haben wir uns selbst die sogenannte Betriebssicherheitsprüfung auferlegt, die der Deutsche Schleppjagdverband in Zusammenarbeit mit dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) durchführt. Jede Meute muss alle drei Jahre mit den Junghunden diese Prüfung ablegen und zeigen, dass unsere Junghunde wildfrei (also kein Wild jagen) und spurtreu sind (also auf der künstlich gelegten Schleppe bleiben), in jeder Situation im Apell von Master und Pikören stehen und Fremdhunde passieren können, ohne Interesse zu zeigen. Dieses Jahr sind viele unserer Meuten wieder an der Reihe, diese Prüfung abzulegen. Ein wichtiger Faktor ist, dass bei den Prüfungen ein JGHV-Richter anwesend sein muss. Ein guter Kontakt zwischen Förstern, Jägern, Jagdpächtern und uns ist essentiell, da dadurch Vorurteile aus dem Raum geschafft werden können.
Wir setzen uns ein in Sachen Tierschutz, bei Hunden und Pferden gleichermaßen. Wir Schleppjagdreiterinnen und -reiter sind keine Jäger! Im Grunde genommen machen wir „Schnitzeljagd“ zu Pferd, mit Stil und von jahrzehntelanger Tradition geprägt. Das Schleppjagdreiten zeichnet sich durch ein hohes Maß an Gemeinschaft aus. Bei den regelmäßigen Treffen und in der herbstlichen Jagdsaison ist es selbstverständlich, dass die Familien mit dabei sind. Wir verbringen gemeinsame Trainingswochen, treffen uns im Rahmen von Lehrgängen und leben so unseren Spirit des Zusammenhalts und der Tradition.
Die jüngere Generation der Schleppjagdreiter legt viel Wert darauf, solide ausgebildete Pferde an den Start zu bringen. Das Training vor der Saison basiert auf einer langfristigen Planung. Immerhin gehen die Pferde an den Wochenenden zehn bis 20 Kilometer, teilweise zweimal. Da muss man mit Sinn und Verstand trainieren.
Ich möchte mich in meinem neuen Amt für die fundierte Ausbildung der Jagdpferde einsetzen und für eine gute Zusammenarbeit mit den Jägern, Jagdpächtern und Förstern. Und ich werde mich für die Öffentlichkeitsarbeit engagieren.
Die Tradition des Schleppjagdreitens in Deutschland muss erhalten werden trotz Gegenwind aus unsachverständigen Kreisen und trotz der steigenden Kosten. Eine so lange und lebendige Tradition in Deutschland zu verlieren, würde für den Pferdesport einen großen Verlust bedeuten.“

