Premiere geglückt: Pferdewirtschaftsmeister David Leßnig hat seinen ersten Start beim bundesweiten Championat der Berufsreiter Dressur im Rahmen der Bundeschampionate in Warendorf direkt in einen Sieg umgemünzt. Und das mit beachtlichen Ergebnissen. Nicht nur mit seinem eigenen Pferd, dem 13-jährigen Hannoveraner Hengst Movie Star L, lieferte er eine Runde über 70 Prozent ab (70,3 Prozent), sondern auch mit den beiden Pferden seiner Konkurrentinnen.
Mit Flavis, einem westfälischen Flanagan-Sohn, der im Besitz des Landgestüts Warendorf steht und mit dem sich Anja Wilimzig qualifiziert hatte, wurden es sogar 71,162 Prozent. Im Sattel von Franco Salentino von Pia Hesse-Wischerath erhielt er 70,03 Prozent. Das bedeuteten in Summe 211,49 Punkte und der Titel Berufsreiterchampion.
Leßnig ist seit 2010 im Stall Ramsbrock in NRW, hat dort seine Pferdewirtausbildung absolviert und ist als Pferdewirtschaftsmeister mit Stensbeck-Auszeichnung zuständig für die Ausbildung und Turniervorstellung der Dressurpferde. Er kann zahlreiche Siege und Platzierungen in Jungpferdeprüfungen bis Grand Prix vorweisen und hat sich als Vorführer von Hengsten und Stuten auf Körungen und Schauen bewiesen.
Vor dem Finale, einer S***-Prüfung mit Pferdewechsel, hat er sich als Vorbereitung die Fremdpferde auf ClipMyHorse.TV angeschaut. „Man versucht, sich optimal auf die Pferde einzustellen und sie zu nehmen, wie sie sind“, betonte der Pferdewirtschaftsmeister. „Generell ist es schon eine Herausforderung, die Aufgabe zu reiten. Mit einem Fremdpferd ist es nochmal anspruchsvoller. Aber es hat richtig Spaß gemacht. Die Herausforderung reizt mich total. Und es freut einen sehr, wenn andere mit meinem Pferd gut zurechtkommen.“
Silber für Pia Hesse-Wischerath
Pferdewirtschaftsmeisterin Pia Hesse-Wischerath aus Köln/Bonn ist rheinische Meisterin und belegte im bundesweiten Championat 2024 Platz zwei. Ihre Ausbildung hat sie bei Ronald Roelans in NRW absolviert und betreibt seit fünf Jahren ihre eigene Anlage zwischen Köln und Bonn. Über Franco Salentino, kurz Franco, einen zwölfjährigen Rheinländer v. Feedback, sagt sie: „Er ist ein absolutes Verlasspferd, total kuschelig im Stall und ein richtiger Allrounder unter dem Sattel.“ Die beiden hatten sich wie David Leßnig bei der Etappe in Haftenkamp für das Berufsreiterchampionat qualifiziert.
Mit ihrem eigenen Pferd erreichte Pia Hesse Wischerath in Warendorf ihre höchste Punktzahl (71,42 Prozent) und gewann damit die Finalqualifikation. Im Finale selbst wurden es mit den Fremdpferden Flavis und Movie Star L 69,595 bzw. 68,432 Prozent, insgesamt 209,45 Punkte. Das bedeutet für sie zum zweiten Mal Silber im Finale des Berufsreiterchampionats.

Bronze und Auszeichnung nach Warendorf
Anja Wilimzig ritt wie der Sieger das erste Mal im Championatsfinale. Sie kam insgesamt auf 198,43 Punkte und landete damit auf dem Bronzerang. Wilimzig ist seit 2009 tätig im Landgestüt Warendorf. Zahlreiche Erfolge im Dressursattel junger und erfahrener Landbeschäler gehen auf das Konto der Pferdewirtschaftsmeisterin. Ihre Ausbildung zur Pferdewirtin absolvierte sie an der Westfälischen Reit- und Fahrschule bei Michael Putz. Die Meisterprüfung bestand sie mit Stensbeck-Auszeichnung.
Bestes Pferd des Finales wurde Anja Wilimzigs Flavis: „Flavis macht einfach alles mit und versucht immer sein Bestes zu geben. Vor zwei Wochen ging er noch in Aachen in der Quadrille der Hengste unter einer Fremdreiterin und nun hier mit verschiedenen Reitern auf diesem Niveau. Das macht mich sehr stolz als Ausbilderin.“

Der erste Vorsitzende der Bundesvereinigung der Berufsreiter, Hannes Müller, und Vorstandsmitglied Ulrich Rasch waren sich einig: „Bei unserem Championat haben wir schon lange nicht mehr so viele so gute Ritte gesehen.“
Neuer Modus
Das Championat der Berufsreiter Dressur, powered by Sunseeker und Schütz & Thies, wurde dieses Jahr erstmal über drei Qualifikationsetappen und einem Finale mit Pferdewechsel im Rahmen der Bundeschampionate in Warendorf ausgetragen. Es gab eine Qualifikationsprüfung S***, in der die Teilnehmenden ihre eigenen Pferde ritten. Dieses Ergebnis kam auf ihr Gesamtkonto. Im Finale stellten dann die drei Finalisten jeweils die beiden Pferde ihrer Konkurrenten vor, mit einer Vorbereitungszeit von jeweils fünf Minuten. Diese Ergebnisse wurden zum Ergebnis mit dem eigenen Pferd addiert.
Fotos: Sehrwieviel
