
Was für Tage bei der Weltmeisterschaft in Aachen! Bei den Dressur- und Vielseitigkeitsreitern sind die Entscheidungen gefallen: Gold, Silber und Bronze gab es für die deutschen Reiterinnen und Reiter – und beste Werbung für den Berufsstand und die klassische deutsche Reitlehre.
Die Team-Silbermedaille gab es für die tollen Leistungen von Malin Hansen-Hotopp/Quidditch, Vorstandsmitglied der DRFV-Fachgruppe Vielseitigkeit, von Pferdewirtschaftsmeisterin Julia Krajewski/Nickel und Sportsoldatin Libussa Lübbeke/Caramia.
Reitmeister und Pferdewirtschaftsmeister Michael Jung war unschlagbar. Er sicherte sich im Sattel von Chipmunk den Titel. Damit krönte sich der dreimalige Einzel-Olympiasieger in der Aachener Soers zum zweiten Mal nach 2010 zum Weltmeister in der Vielseitigkeit. Mit seinem Ergebnis trug er gleichzeitig auch zum Silbergewinn des deutschen Teams hinter Großbritannien bei.
„Es war unglaublich, die ganze Woche. FischerChipmunk ist einfach unglaublich. Ich hab so viel Respekt vor dem Pferd. Das ist unwahrscheinlich, wie er Dressur gehen kann, wie er Springen gehen kann, wie er galoppieren kann im Gelände, wie er zuhört, wie er die Nerven behält, obwohl er auch ein bisschen aufgeregt ist. Er ist so sensibel, er fängt sofort ein bisschen an zu schwitzen, ist aber trotzdem super konzentriert und lässt sich toll reiten. Das ist gigantisch, wie er geht. Ich bin so dankbar, dass ich so ein Pferd reiten kann, das ist unglaublich!“, schwärmte Jung.
Er ist der bisher einzige Vielseitigkeitsreiter, der schon einmal zeitgleich alle drei Titel auf sich vereinigte: Er war Weltmeister (2010), Europameister (2011) und Olympiasieger (2012) mit dem legendären Sam. Mit Chipmunk ist er nun Weltmeister und Olympiasieger.

Gold und Bronze in der Dressur
Die deutschen Dressurreiter gewannen die Team-Goldmedaille und Pferdewirtin Katharina Hemmer waren die Herzen der Zuschauer sicher, als sie mit Denoix im Grand Prix ihre persönliche Bestleistung ablieferte, den Grand Prix Special „hemmermäßig“ zelebrierte und Einzelbronze bei ihrer ersten WM gewann. Ihr Ausbilder, DRFV-Präsident Hubertus Schmidt, fieberte von der ersten Sekunde an mit, kämpfte mit seiner Nervosität und dann mit Freudentränen.
Zum deutschen Team gehörten neben Katha Hemmer die Berufskollegen Frederic Wandres/Bluetooth und Raphael Netz/Great Escape Camelot sowie Isabell Werth/Wendy.
„Katha war sensationell heute, sie hat wirklich keinen Punkt liegen gelassen bzw auch noch ganz viele Punkte rausgeholt in ihrem allerbesten Grand Prix – und das bei einem Championat. Das ist fast ähnlich wie im letzten Jahr bei den Europameisterschaften. Nur noch auf einem noch besseren Niveau. Es ist beeindruckend, wie sie sich auf den Punkt beim Championat mit ihrem Pferd steigert und Denoix so zum Strahlen bringt. Das ist unglaublich!“, betonte Bundestrainerin Monica Theodorescu nach dem Grand Prix.
Auch die Reiterin selbst war nicht nur nach ihrem Ritt, sogar schon im Viereck etwas emotional. „Als ich dann raus bin aus der Piaffe wurde es auch ein bisschen emotional, weil ich nur dachte ,was ein krasses Pferd‘! Ich bin so glücklich darüber, was er heute auf die Bühne gebracht hat. Monica hat mich auch gefragt, ,du hast doch nicht geheult Katha?‘ und ich so: ,nur von X bis G‘. Danach war nur noch Freude!“, berichtete sie lachend. „Denoix und ich kennen uns in- und auswendig und ich verbringe sehr, sehr viel Zeit mit ihm. Das Reiten macht tatsächlich nur einen kleinen Teil aus.“

Medaillen im Voltigieren
Auch in der Voltigierhalle gab es einige deutsche Medaillen zu feiern. Bela Lehnen hat bei den Weltmeisterschaften in Aachen die Bronzemedaille im Herren-Einzel der Voltigierer gewonnen.
Das Duo Kimberly Hyks und Jannik Heiland sicherte sich in einer dramatischen Aufholjagd die Bronzemedaille.
Gold in der Gruppenkonkurrenz gab es für das Team NORKA vom VV Köln-Dünnwald.
In der Damenkonkurrenz sicherten sich die drei deutschen Einzelvoltigierinnen alle drei Medaillen. Neue Weltmeisterin ist Alice Layher. Kathrin Meyer gewann Silber, und Annemie Szemes gelang am letzten Tag noch der Sprung aufs Treppchen.
Nach der Damen- und der Gruppenkonkurrenz wurde Deutschland auch Sieger im „Nationenpreis“.








