Sandra Auffarth hat die höchste Auszeichnung erhalten, die es im deutschen Pferdesport gibt und die nur wenigen herausragenden Ausbilderpersönlichkeiten bisher zuteil wurde: Sie ist zur Reitmeisterin ernannt worden. Die erfolgreiche Spring- und Vielseitigkeitsreiterin hat die Ehrung im Rahmen der Al Shira’aa Bundeschampionate vor großem Publikum entgegengenommen.

Aus dem Ponysattel zu Olympia

Schon als Ponyreiterin und später als Juniorin und Junge Reiterin machte Sandra Auffarth auf Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeit auf sich aufmerksam. Möglich wurde dieser Weg nicht zuletzt durch ihr Talent, ihre Vielseitigkeit und die Unterstützung auf dem elterlichen Hof. Nach dem Abitur führte ihr Weg nach Warendorf in die Perspektivgruppe. Dort absolvierte sie parallel ihre Ausbildungen zur Pferdewirtin sowie zur Sport- und Fitnesskauffrau. Sowohl die Pferdewirtprüfung als auch die spätere Prüfung zur Pferdewirtschaftsmeisterin in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung schloss sie mit der Stensbeck-Auszeichnung ab. 2014 übernahm sie die Leitung des elterlichen Zucht- und Ausbildungsstalls in Bergedorf.

Parallel dazu schrieb sie im internationalen Spitzensport Geschichte. Mit Opgun Louvo, genannt „Wolle“, gewann sie 2011 bei der Europameisterschaft Mannschaftsgold und Einzelsilber, 2012 bei den Olympischen Spielen in London Mannschaftsgold und Einzelbronze sowie 2014 bei der Weltmeisterschaft Mannschafts- und Einzelgold. 2015 folgten erneut Mannschaftsgold und Einzelsilber, 2016 gewann sie bei den Olympischen Spielen in Rio mit der deutschen Mannschaft Silber. 2022 holte sie mit Viamant du Matz erneut Mannschaftsgold bei den Weltmeisterschaften in Pratoni del Vivaro, 2023 kamen Team-Silber und Einzel-Bronze hinzu.

Fokus auf das Springen

Heute ist vor allem Springsport ein wichtiger Bestandteil von Sandra Auffarths Lebensweg. Mit der selbst gezogenen Stute La Vista erreichte Auffarth mehrfach vordere Platzierungen beim Hamburger Spring-Derby und wurde dort wiederholt mit Stilpreisen ausgezeichnet. Inzwischen ist sie auch im Springsport eine ernstzunehmende Größe in deutschen Nationenpreismannschaften und trug mit Quirici H bereits zu einem Nationenpreis-Sieg bei.

Doch die Ehrung in Warendorf galt ausdrücklich nicht allein den sportlichen Erfolgen von Sandra Auffarth. Im Mittelpunkt stand vielmehr ihre Persönlichkeit als Ausbilderin, ihr Verständnis für klassische Reitausbildung und ihre Fähigkeit, Pferde verantwortungsvoll bis in den Spitzensport zu entwickeln. Besonders hervorgehoben wurde in der Laudatio von Thies Kaspareit, Leiter des FN-Teams Ausbildung, Auffarths Art, mit Pferden zu arbeiten. „Harmonie mit dem Pferd – Sandra Auffarth lebt das jeden Tag.“ Genau diese Haltung mache sie zum Vorbild – im Sattel, im Umgang mit den Pferden und in der Ausbildung.

„Besonders zeichnet dich aus, dass Du Deine Gedanken und Dein Gefühl was Du als Ausbilderin und beim Reiten auf dem Pferd hast, sehr gut in Worte fassen kannst, um es an Deine Schüler oder an Zuhörer auf Seminaren und Kongressen weiterzugeben. Mit all Deinem Tun bist Du zum nationalen und internationalen Vorbild geworden“, so Thies Kaspareit und unterstrich dies mit einem Zitat des Schweizer Springreiters Steve Guerdat nach dem Hamburger Derby: „An Sandra Auffarth sollten wir uns ein Beispiel nehmen.“

Sandra Auffarth ist die 24. Persönlichkeit aus dem Pferdesport, dem der Titel der Reitmeisterin verliehen wurde. Sie steht nun in einer Reihe mit Ingrid Klimke, Dorothee Schneider, Michael Jung, Hubertus Schmidt, Martin Plewa, Klaus Balkenhold und anderen verdienten Ausbildern von Reitern und Pferden.


Fotos: Sehrwieviel