Heute, am 15. September, jährt sich bereits zum zehnten Mal der Todestag von Paul Stecken (1916-2016 ). Zeit und Anlass, sich an seine ruhige und überzeugende Stimme und an sein hippologisches Vermächtnis zu erinnern.
Sein Charisma und seine unaufdringliche Autorität machten ihn zum unangefochtenen Grandseigneur der klassischen Reitkunst und erinnern an seine Worte, die im Ton immer verbindlich und in der Sache präzise und unmissverständlich waren. Paul Stecken, Major a.D., ist zweifellos eine Legende. Er war die oberste Instanz für gutes Reiten und die Einhaltung der Überlieferten Grundsätze und hat Generationen von Pferdeleuten nachhaltig geprägt.
Zu seinen Lebzeiten suchten immer wieder namhafte Reiter wie z.B. Reiner Klimke und seine Tochter Ingrid Klimke sowie zahlreiche Reitmeister und Top-Ausbilder seine Nähe und seine Erfahrungen zu den vielfältigen Herausforderungen, denen sich die klassische Reitlehre immer wieder neu gegenüber sieht. Er war der Gralshüter der Reitlehre und sah sich dem korrekten Gehen der Pferde und ihrer Losgelassenheit, ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit vorrangig verpflichtet. Er stand als Advokat stets auf ihrer Seite. Zwang, Druck und jede Form von Aggressivität bei ihrer Ausbildung waren ihm zuwider. Er erkannte und kritisierte sehr früh Fehlentwicklungen wie z.B. das Überzäumen der Pferde. Mit Fug und Recht konnte er behaupten: „Alle Pferde gehen gerne richtig“ und „ Richtig reiten reicht.“
Aus gegebenem Anlass sei daher allen Reitern, Ausbildern und Richtern ausdrücklich sein in kleiner Buchform im FN-Verlag erschienenes Vermächtnis „Bemerkungen und Zusammenhänge, Erkenntnisse eines Pferdemannes“ ans Herz gelegt.
Brüder Stecken
Unbedingt sei in diesem Zusammenhang auch an seine zwei Brüder Albert und Fritz Stecken erinnert. Auch sie waren hochkarätige, legendäre Pferdeleute und wie Paul Stecken geprägt vom Vater Heinrich Stecken, dem ersten Leiter der Westfälischen Reit-und Fahrschule in Münster. Albert Stecken (1915 – 2011), der „General“, war in jungen Jahren wie sein Bruder Paul Kavallerie-Offizier und machte nach seinem Jurastudium ab 1957 als Militär Karriere in der Bundeswehr.
Nach seiner Verabschiedung 1971 als Generalmajor brachte er seine hippologische Expertise von 1971 bis 1974 als Bundestrainer der deutschen Dressurreiter ein und sorgte durch seiner Zugehörigkeit in entscheidenden Gremien wie dem DOKR für eine moderne Ausrichtung des Dressursports in Deutschland. Darüber hinaus war er ein gefragter Coach und Berater, u.a. von Gabriela Grillo, Ulla Salzgeber und Heike Kemmer.
Der älteste der Gebrüder Stecken, Fritz Stecken, war als Dressur-Ausbilder und Trainer mit der „deutschen Reitweise“ sehr erfolgreich in Amerika tätig. Er hat massgeblich die Entwicklung der amerikanischen Dressurreiterei beeinflusst.
Drei Namen, die jeder Dressurreiter in Erinnerung behalten sollte.
Uwe Spenlen








