Der Olympia-Reiter, Züchter und Förderer Ludwig, „Lutz“, Gössing ist Ende September im Alter von 88 Jahren verstorben. Er war seit 1968 Mitglied im Club deutscher Springreiter (CDS) im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband.

Seine ersten großen Erfolge feierte Lutz Gössing in der Vielseitigkeit. Er gewann 1966 und 1967 Gold bei der Deutschen Meisterschaft und gehörte 1972 in München zur deutschen Mannschaft mit Harry Klugmann, Karl Schultz und Horst Karsten, die sich die olympische Bronzemedaille sicherte.

Züchter und Förderer

Nach den Olympischen Spielen wandte sich Gössing dem Springsport und der Pferdezucht zu. Für Deutschland bestritt er 13 Nationenpreise und führte gemeinsam mit seiner Ehefrau Christa einen Turnierstall in Steinhagen-Brockhagen. Als Züchter schrieb er mit der Stute Rosella G Pferdesportgeschichte: Die von ihm gezogene und selbst vorgestellte Tochter des Ramiro gewann 1985 und 1986 zweimal in Folge das Bundeschampionat. Als Gössing seinen Turnierstall aus wirtschaftlichen und persönlichen Gründen auflöste, übernahm Tim Rieskamp-Goedeking im Laufe des Jahres 2010 die Pferde der Familie.

Mindestens ebenso prägend wie seine Erfolge im Sattel war jedoch sein Engagement für andere. Lutz Gössing unterstützte über Jahrzehnte junge Reiterinnen und Reiter auf ihrem Weg in den Spitzensport. Weitere Reiterkarrieren, die auch auf dem Hof in Brockhagen eine wichtige Station hatten, waren beispielsweise Heinrich-Hermann Johannsmann und Susanne Behring. Für seine Verdienste wurde er mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und mit dem Friedensreiterpreis des Westfälischen Reitervereins ausgezeichnet.

Mit Lutz Gössing verliert der DRFV und der deutsche Pferdesport eine Persönlichkeit, die ihn über Jahrzehnte in vielfältiger Weise geprägt hat: als Olympiareiter, als Pferdemann, als Züchter und als Förderer ganzer Reitergenerationen.

 

Lutz Gössing und Tim Rieskamp-Goedeking © www.sportfotos-lafrentz.de